Baby`s Erstausstattung - Das lohnt sich wirklich!

Baby`s Erstausstattung - Das lohnt sich wirklich!

 

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Ich stand mitten zwischen endlosen Regalen voller winziger Söckchen, Hightech-Babymonitore und Babynestchen in Pastellfarben. Ich war hochschwanger, müde und völlig überfordert. Eine freundliche Verkäuferin erklärte mir gerade, warum wir unbedingt drei verschiedene Arten von Fläschchen bräuchten, als ich innerlich dachte: Brauchen wir das wirklich alles?

Damals hatte ich keine Ahnung, wie wenig man für ein Neugeborenes tatsächlich braucht. Heute, ein paar Jahre später, kann ich mit einem Lächeln sagen: Vieles davon war einfach unnötig. Und einiges, was ich anfangs unterschätzt habe, wurde später zum unverzichtbaren Alltagshelfer.


Der Babyboom im Warenkorb

Wenn man Eltern wird, ist man emotional offen wie nie und genau das nutzt die Babyindustrie aus. Es gibt für alles eine Speziallösung: Windeleimer mit Duftverschluss, Sensoren, die die Schlafphasen überwachen, oder Mini-Badesitze mit integriertem Thermometer.

Versteht mich nicht falsch: Viele dieser Dinge sind praktisch, manche sogar genial. Aber in den ersten Wochen nach der Geburt zählt vor allem Nähe, Geborgenheit und… nun ja, saubere Windeln.

Laut einer Studie des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels geben Eltern im Durchschnitt über 1.000 Euro für die Erstausstattung aus, und das vor der Geburt. Viele Dinge werden jedoch kaum oder gar nicht benutzt.

Ich möchte euch also erzählen, was wir wirklich gebraucht haben, und was (rückblickend) getrost im Regal hätte bleiben können.


Was wir wirklich gebraucht haben

1. Kleidung – aber weniger, als man denkt

In meiner Babyvorfreude habe ich gefühlt 20 Bodys gekauft, alle in Größe 56. Tja, unser Baby war größer als erwartet und passte nur zwei Wochen hinein.

Was sich bewährt hat:

  • 5–6 Bodys (am besten Größe 62/68 – die wachsen mit). Ich empfehle Wickelbodys. Diese sind seitlich zu öffnen wodurch man das Baby in den Body herein legt und nichts mehr über den Kopf ziehen muss. 
  • Ein paar Schlafanzüge mit Füßchen
  • 1 Mützchen für die ersten Stunden nach dem Baden
  • Und: ein Stapel Mulltücher. Die sind Alleskönner. Ich nutze sie als Spucktuch, Decke, Sonnenschutz oder Stilltuch.


2. Wickelplatz & Windeln

Wir haben noch vor der Geburt einen großen Wickeltisch selbst gebaut aus einer Kommode. Und das bereue ich bis heute nicht. Es war viel Arbeit, hat sich für uns aber absolut gelohnt. Einen normalen Wickeltisch würde ich niemandem empfehlen. In den erstem Wochen sind sie praktisch, doch es dauert nicht lange, und das Kind ist zu groß für den Wickeltisch. Die Beine hängen runter und alles wird umständlich. 

Im Durchschnitt werden Kinder mit ca. drei Jahren trocken. Ich habe den Wickeltisch bis zur letzten Windel verwendet, weil ich es rückenschonender und angenehmer empfand. 

Es ist aber auch möglich, komplett ohne aus zukommen. Wenn es kein Wickeltisch sein soll, empfehle ich einen Wickelwagen oder eine Wickeltasche die man immer bereit stehen hat mit allem was nötig ist: Windeln, Feuchttücher oder Wattepads mit einer Schale für Wasser, Wechselbody, Wundschutzcreme... Mehr braucht es nicht.

Und ein Tipp aus Erfahrung: Ein kleiner Wäschekorb daneben erspart viel Hin- und Herlaufen.


3. Babytrage oder Tragetuch

Ich war anfangs skeptisch, das Binden sah so kompliziert aus Nach kurzen hin und her probieren, wurde eine Trage mein bester Freund.

Gerade in den ersten Monaten lieben Babys Körpernähe. Laut einer Studie der Universität Zürich weinen Babys, die regelmäßig getragen werden, im Durchschnitt 43 % weniger, weil sie sich sicher und geborgen fühlen. Und man hat die Hände frei (ein unschätzbarer Vorteil, wenn man Kaffee trinken oder die Spülmaschine ausräumen will).


4. Kinderwagen – ja, aber mit Augenmaß

Wir haben viel recherchiert und uns schließlich für ein robustes, aber schlichtes Modell entschieden. Am Ende war mir die Federung wichtiger als die Marke. Ich fand es wichtig, dass wir mit dem Kinderwagen überall lang können. Wir hatten solch ein Modell.

Einen Tipp, den ich zu spät bekam: Viele gute Kinderwagen bekommt man gebraucht in Top-Zustand. Das spart Geld und Ressourcen. Achtet darauf, was euch wirklich wichtig ist und lasst euch nicht von einer Marke verleiten. 


5. Stillkissen & gemütlicher Platz zum Kuscheln

Unser Stillkissen war ständig im Einsatz. Beim Stillen, beim Schlafen, beim Vorlesen mit dem Baby auf dem Schoß. Schon während der Schwangerschaft konnte ich keine Nacht ohne Stillkissen schlafen.  

Ein gemütlicher Sessel oder eine Ecke mit Lampe, Decke und Wasserflasche wurde mein „Rückzugsort“. Kleine Oasen im Chaos sind Gold wert.


6. Windeleimer

Ich finde unseren Windeleimer sehr praktisch. Wir haben ihn bereits in der Schwangerschaft im Ausverkauf erworben, aber ich hätte auch den vollen Preis gezahlt, denn ich möchte ihn nicht mehr missen. Ein Windeleimer der Luft dicht verschlossen ist, kann auch gerne mal 2-3 Tage stehen bleiben, ohne dass gleich das ganze Zimmer unangenehm riecht. 

Achtet bei der Wahl einer Windeleimers oder eines Mülleimers, dass er eine „Luftschleuse“ hat. Ansonsten kommt euch bei jedem öffnen ein wundervoller Duft entgegen. 


7. Nestchen

Ein Babynestchen haben wir kurz vor der Geburt geliehen bekommen und es war täglich im Einsatz. Babys schlafen in den ersten Lebenswochen mehrere Stunden am Tag. Da ich mein Baby immer nah bei mir haben wollte und ich meine Zeit meistens auf dem Sofa verbrachte, war es praktisch ein Nestchen auf dem Sofa liegen zu haben. Durch den leicht erhöhten Rand konnte ich mir sicher sein, dass es nicht heraus rollen kann. Es dauert allerdings nicht lange, bis sich die kleinen selbstständig aus dem Nestchen heraus rollen können. daher würde ich ein Nestchen absolut empfehlen. Schaut ob ihr es vielleicht gebraucht oder geliehen bekommt. 


8.  Die Babybadewanne

Für die Babywanne gibt es zahlreiche unterschiedliche Modelle. Von einer günstigen Wanne ohne Gestell bis hinzu teuren Modellen mit Gestell und Ablauf. Wir hatten eine einfache Wanne ohne Schnick Schnack und diese war absolut ausreichend. Zum baden wurde sie nur in den ersten Lebenswochen genutzt. Die Wanne wurde schnell zu klein und da sind wir auf die Badewanne umgestiegen. Ab da wurde die Babybadewanne nur noch zum spielen und planschen im Garten genutzt. 


9. Ein Babyphone

Ein Babyphone ist für uns nicht mehr weg zu denken und wird schon lange genutzt. In den ersten Tagen lässt man sein Baby nie alleine. Ich erinnere mich noch gut an den ersten Einsatz. Es war eine große Überwindung für mich den Raum zu verlassen. Wir entschieden uns direkt für ein Babyphone mit Monitor um unser Baby sehen zu können. Unser Erstes Babyphone gab leider schnell auf. Das neue ist super. Es hat eine Kamera zur Wandmontage und kann vom Monitor aus gesteuert werden, wodurch man den gesamten Raum im Blick haben kann. (Dies ist vor allem praktisch, wenn das Kind mobiler wird.) Es ist bis heute täglich in Einsatz.


Dinge, die wir kaum oder gar nicht gebraucht haben

1. Flaschenwärmer, Sterilisator & Co.

Wir hatten das Glück diese Dinge gebraucht geschenkt zu bekommen, haben es aber dann kaum benutzt. Stillkinder brauchen das gar nicht, und wenn man später Fläschchen gibt, reicht oft heißes Wasser aus dem Wasserkocher.


2. Badeeinsatz für die Badewanne 

Wir hatten einen Badeeinsatz für die Badewanne und haben ihn genau einmal genutzt. Ich fand es sah ungemütlich fürs Baby aus und es war sehr unpraktisch für mich. ich konnte mein Kind nicht richtig halten und fand es sehr umständlich. Ich bin nach dem einem Versuch immer mit in die Badewanne. Die Nähe gab meinem Baby Geborgenheit wodurch es sich entspannen konnte. Durch den engen Körperkontakt hatte ich es sicher in meinem Arm und konnte es waschen. 


3. Viel zu viel Spielzeug für Neugeborene

Ganz ehrlich: In den ersten Wochen brauchen Babys so gut wie kein Spielzeug. Ihr größtes Interesse gilt Gesichtern – besonders den vertrauten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit bekommt ihr an der Babyparty oder zur Geburt genug Spielzeug, dass es für den Beginn ausreicht. 

Babys lieben kleine Dinge die Geräusche machen, beispielsweise eine kuschelige Rassel. Schnuffeltücher haben wir damals keine gekauft. Wir bekamen jedoch so viele geschenkt, dass wir nun 9 Stück haben, und alle unbespielt sind. 


4. Eine Krabbeldecke

Eine Krabbeldecke kann praktisch sein, um dein Baby Mal ab zulegen. Wenn es anfängt sich zu bewegen, Spielzeug zu greifen und seine Umgebung erkunden möchte, ist eine weiche und warme Decke auf dem Boden der beste Platz. Wir hatten eine kleine Decke die groß genug für das Baby War und gut in jeden Raum Passte. Jedoch war der Zeitraum in dem die Decke gut genutzt werden konnte, viel zu kurz. Der Entdeckungsdrang wurde schnell zu groß für die Decke. Im Nachhinein würde ich keine Krabbeldecke mehr für viel Geld kaufen und statt dessen eine bereits vorhandene Decke oder Teppich nutzen. 


5. Babyüberwachungs-Gadgets

Wir hatten keines dieser Überwachungs-Gadgets die es auf dem markt gibt, und haben auch keins vermisst. Von Atemsensoren über Smart-Matten gibt es alles mögliche um sein Kind dauerhaft zu überwachen. Ich fand es nicht nötig und habe darauf vertraut, dass alles gut ist.

Wenn du aber lieber auf Nummer sicher gehen möchtest, verstehe ich das absolut! Ich bekam einem Empfehlung für diesen Atemsensor. Bekannte haben ihn im Einsatz und sich sehr zufrieden. er gibt ihnen die nötige Sicherheit, gerade zu Beginn.


Mein persönliches Learning

Ich wollte damals „alles richtig machen“. Aber heute weiß ich: Liebe, Zeit und Geduld sind die wahre Erstausstattung. Kein Gegenstand ersetzt das Gefühl, wenn dein Baby auf deiner Brust einschläft.

Und ja – manchmal ist weniger wirklich mehr.

Weniger Zeug bedeutet auch weniger Stress.

Weniger Entscheidungen. Weniger Aufräumen. Mehr Raum für das, was wirklich zählt.


Tipps, wenn du gerade deine Erstausstattung planst

  1. Warte mit manchen Anschaffungen – du merkst schnell, was du wirklich brauchst.
  2. Frag Freund/innen oder Familie, was sie wirklich genutzt haben. Oft bekommt man auch Leihgaben.
  3. Denke an Nachhaltigkeit: Second-Hand spart nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt.
  4. Mach’s dir leicht, das Baby braucht DICH, nicht Perfektion.


Zum Schluss

Wenn ich heute an unsere erste Zeit mit Baby denke, erinnere ich mich nicht an das perfekte Kinderzimmer oder die hübsche Wickeltasche. Ich erinnere mich an schlaflose Nächte, die nach Milch rochen. An winzige Hände, die sich an meinen Finger klammerten.

Die Wahrheit ist: Babys brauchen kein Designer-Equipment. Sie brauchen uns. Unsere Wärme, unsere Stimme, unsere Nähe.

Und alles andere? Kommt von selbst.

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