Share
Warum sich Babys und Kleinkinder nachts so viel bewegen, und warum das völlig normal ist
Auf dieser Website werden Amazon-Links verwendet. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalte ich eine kleine Provision – für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Hi, ich bin Rebekka, Mama, Pädagogin und Babyschlafcoach. Ich freue mich, dass du auf meine Website gefunden hast. Viel Spaß beim lesen.
Ich erinnere mich noch genau an die ersten Nächte mit meinem Baby. Kaum war ich eingeschlafen, wachte ich wieder auf. Nicht weil mein Kind weinte, sondern weil es sich ständig drehte, strampelte oder mit den Armen ruderte. Anfangs dachte ich: da stimmt doch etwas nicht! Warum schläft es nicht ruhig? Heute weiß ich: Diese nächtlichen Bewegungen sind nicht nur normal, sie sind sogar wichtig.
Viele Eltern stellen sich Schlaf wie eine Art „Ruhezustand“ vor. Körper und Geist schalten ab, und das Kind liegt friedlich da. Doch tatsächlich ist Schlaf ein hochaktiver Prozess.
Besonders bei Babys und Kleinkindern läuft nachts im Gehirn ein wahres Feuerwerk ab.
Schlaf besteht aus verschiedenen Phasen, dem leichten Schlaf, dem Tiefschlaf und dem sogenannten REM-Schlaf (Rapid Eye Movement). In dieser Phase bewegen sich die Augen unter den geschlossenen Lidern schnell hin und her, und der Körper ist erstaunlich aktiv. Babys und Kleinkinder verbringen viel mehr Zeit im REM-Schlaf als Erwachsene. Teilweise bis zu 50 Prozent der gesamten Schlafzeit.
Laut Forschungen der Universität Oxford fördert diese Phase die Gehirnentwicklung, Gedächtnisbildung und emotionale Verarbeitung. Kein Wunder also, dass Babys nachts so lebendig wirken. Ihr Gehirn trainiert gewissermaßen für das Leben.
Was die Bewegungen bedeuten
Die nächtlichen Bewegungen können sehr unterschiedlich aussehen: Manche Kinder drehen sich im Schlaf, andere rudern mit den Armen, ziehen die Beine an oder geben kleine Laute von sich.
Oft sehen Eltern dabei unruhige Träume oder „Schlafstörungen“, aber in Wahrheit passiert hier etwas ganz Natürliches.
Diese Bewegungen helfen dem Kind, seine Muskeln zu trainieren und Bewegungsabläufe zu verarbeiten, die es tagsüber gelernt hat.
Eine Studie des University College London zeigt, dass solche unbewussten Bewegungen im Schlaf die Verknüpfungen zwischen Nerven und Muskeln stärken. Es ist also Teil des Entwicklungsprozesses. Das Gehirn übt Bewegungen im Schlaf.
Warum Eltern das oft stresst
Wenn man daneben liegt, kann das natürlich nervig sein. Gerade in den ersten Lebensmonaten, wenn das Baby im Beistellbett oder im Familienbett schläft, fühlt es sich manchmal an, als würde man neben einem kleinen Turnweltmeister liegen. Ich erinnere mich, wie ich oft dachte: Wie kann so ein kleiner Mensch mitten in der Nacht so viel Energie haben?
Hinzu kommt die eigene Erschöpfung. Schlafmangel ist in dieser Phase ohnehin ein Dauerzustand, und jede Bewegung, jedes Zucken oder Seufzen weckt uns. Aber zu wissen, dass diese Bewegungen ein Zeichen gesunder Entwicklung sind, hat mir damals unglaublich geholfen, gelassener zu bleiben.
Wann es sinnvoll ist, genauer hinzuschauen
Natürlich gibt es auch Grenzen. Wenn das Kind immer wieder aufwacht, stark schwitzt, weint oder offensichtlich nicht zur Ruhe kommt, kann es hilfreich sein, den Kinderarzt oder die Kinderärztin darauf anzusprechen.
Manchmal steckt hinter häufigen nächtlichen Bewegungen auch etwas anderes. Zum Beispiel Wachstumsschübe, Zahnen oder schlicht eine ungünstige Schlafumgebung (zu warm, zu hell, zu laut).
Auch Schlafsäcke statt Decken, eine konstante Raumtemperatur und ruhige Einschlafrituale können helfen, dass das Kind insgesamt ruhiger schläft. Selbst wenn die natürlichen Bewegungen bleiben.
Wenn du mehr über Abendrituale für dein Baby wissen möchtest, schau mal in diesem Blog Artikel von mir nach.
Wie wir als Eltern gelassener damit umgehen können
Was mir geholfen hat, war vor allem das Verständnis, dass Bewegung im Schlaf normal ist.
Ich habe aufgehört, jede Bewegung zu interpretieren oder als Problem zu sehen. Stattdessen habe ich gelernt, den eigenen Schlaf flexibler zu gestalten: früh ins Bett gehen, kleine Nickerchen tagsüber zulassen, und vor allem, nicht versuchen, die Bewegungen zu unterbinden.
Babys müssen sich bewegen dürfen, auch im Schlaf. Das ist Teil ihres Wachstums, ihrer Selbstregulation und ihrer Entwicklung.
Und ganz ehrlich: Heute, wo mein Kind schon größer ist und viel ruhiger schläft, ertappe ich mich manchmal dabei, wie ich abends noch kurz lausche, einfach um dieses kleine Strampeln wieder zu hören, das mich früher so wachgehalten hat.
Bewegung ist Entwicklung
Nächtliche Bewegungen bei Babys und Kleinkindern sind kein Grund zur Sorge, sie sind ein Zeichen lebendiger Entwicklung. Das Gehirn, der Körper und die Sinne arbeiten auf Hochtouren, um die Eindrücke des Tages zu verarbeiten.
Wenn wir als Eltern das verstehen, fällt es leichter, gelassen zu bleiben.
Statt in jeder Bewegung ein Problem zu sehen, können wir sie als Zeichen dafür betrachten, dass unser Kind wächst, lernt und sich entwickelt, auch im Schlaf.